Vortrag mit musikalischer Anleitung von Prof. Dr. Ferenc Jádi: Das Ephemere und die Latenzen der Form

Andrea Sunder-Plassmann.jpg

Mittwoch, 1. August 2018, 19.00 Uhr

Eintritt frei | Wegen beschränktem Platzkontingent bitten wir um schriftliche Voranmeldung per e-Mail: info(at)alfred-ehrhardt-stiftung.de

Die Fotografie kann ein Sehen ins Bild stellen, das durch die Verwandlungsgeschwindigkeit der Metamorphose beim Entstehen einer Stimmigkeit der bildbildenden Relationen nur subtil wahrgenommen wird. Sie ermöglicht, dass man die immanente Subtilität der feinen Unterschiede bestaunt. Das Ephemere erweist sich dadurch als eine bildhermeneutische Spur und das Artefakt als ein Zeugnis des leiblichen Betroffenseins jenseits der Sprache. Diese Spur (vestigium) versucht eine Klangperformance mit den partizipierenden Anwesenden durch den gemeinsamen Erlebniszuwachs aufzuspüren und so aus der Ausdrucksbewegtheit auf die Phänomenalität des Bildhaften im Ausdruck jenseits der Sprache zu kommen.

Das Eigentliche des besonderen Sichtbaren, das ein Mehr-Zum-Sein in der Relation zum Sagbaren darstellt und somit die nominale und bildliche Dimension der Sprache überwindet, kommt damit an der Grenze der Unbegrifflichkeit und in der Komplexität der multimodalen Wahrnehmung in Betracht. Erlebt werden kann mit Hilfe des Ephemeren während des Ansinnens des so aufgespürten Bildhaften jene latente Spannungs- und Hervorbringungskraft, der Tonus der Gegenwärtigkeit, worauf sich der Künstler in seiner mehrwertigen Logik während der Bildfindung stützt. Der Vortrag stellt damit eine eidetische Bildtheorie dem verführerischen Nominalismus des Bildlichen entgegen.

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