Lichtbildervortrag von Franziska Hell: "Photographieren – auch ne Art von Hexerei" – Ernst Barlachs Verhältnis zur Fotografie

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Mittwoch, 2. August 2017 um 19.00 Uhr

Eintritt frei | Wegen beschränktem Platzkontingent bitten wir um schriftliche Voranmeldung.

Ernst Barlach (1870-1938) kann als einer der bedeutendsten deutschen Bildhauer, Zeichner und Schriftsteller des 20. Jahrhunderts gelten. Besonders durch seine Holzskulpturen prägte er die moderne Bildhauerei entscheidend mit.

Ernst Barlachs Leben und sein künstlerisches Werk waren Gegenstand zahlreicher Untersuchungen, doch noch nie wurde sich mit der Rolle der Fotografie im Leben des Künstlers auseinandergesetzt. Dabei musste sich Ernst Barlach in allen Bereichen seines Lebens mit Fotografen und der Wirkung ihrer Fotografien beschäftigen. Im privaten Alltag, aber viel mehr noch in seinem öffentlichen Leben – die Fotografie wurde zu einem ständigen Begleiter des Künstlers. Dennoch blieb sein Verhältnis zu dem Medium ein ambivalentes. Wohl wissend um die kommerzielle Macht der Fotografien seiner Kunstwerke, arbeitete Ernst Barlach mit einigen wenigen professionellen Fotografen zusammen. Dennoch schwang bei ihm immer auch ein grundlegendes Misstrauen gegenüber Fotografen und ihrem Können mit. Mit den Worten „Photographieren – auch ’ne Art von Hexerei“ fasste der Künstler sein Verhältnis zur Fotografie gegenüber seinem guten Bekannten Paul Schurek 1933 treffend zusammen. Ihm missfielen künstlerisch zu ambitionierte Fotografen, die seiner Meinung nach mit Belichtung und anderen Effekten dem Objekt selbst viel Ausdruck und Klarheit nahmen. Schlichtere und klar aufgebaute Fotografien jedoch, die fast nur Dokumentationscharakter hatten und nicht als reine Kunstfotografien angelegt waren, sagten ihm deutlich mehr zu.

 

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