Lichtbilder-Vortrag Prof. Dr. Rainer K. Wick: Die Bauhaus-Pädagogik und Alfred Ehrhardt

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Mittwoch, 7. August 2019, um 19 Uhr
Der Eintritt ist frei. Wir bitten um Voranmeldung per E-Mail.

Was auch, oder gerade, im Jubiläumstrubel „100 Jahre Bauhaus“ allzu oft vergessen oder verdrängt wird: Das Bauhaus war kein Stil, sondern eine Schule mit weitreichenden Lehr- und Erziehungszielen, innovativen pädagogischen Konzepten und weltweiten Nachwirkungen. Von ihrer Wirkungsmacht zeugen in der Weimarer Republik nicht nur die Reformbemühungen zahlreicher deutscher Kunst- und Kunstgewerbeschulen, sondern ansatzweise fanden pädagogische Ansätze des Bauhauses auch Eingang in die schulische Kunstpädagogik der Zwischenkriegszeit. Alfred Ehrhardt, im Bewusstsein einer interessierten Kunstöffentlichkeit eher als Fotograf präsent, als „Naturphilosoph mit der Kamera“ (Christiane Stahl), erfuhr durch einen halbjährigen Studienaufenthalt am Dessauer Bauhaus 1928/29 maßgebliche Anregungen für seine eigene kunstpädagogische Arbeit – zunächst am Landerziehungsheim Marienau in der Nähe von Lüneburg, dann an der Landeskunstschule in Hamburg. Prägend waren für ihn Eindrücke vor allem aus dem Vorkurs von Josef Albers, aber auch aus dem Unterricht von Klee und Kandinsky, und obwohl Itten schon lange und Moholy-Nagy kurz zuvor das Bauhaus verlassen hatten, finden sich bei Ehrhardt Spuren, die indirekt auf Einflüsse dieser beiden bedeutenden Vorkurs-Lehrer verweisen.

Ohne der Komplexität dessen, was vereinfachend unter dem Sammelbegriff „Bauhaus-Pädagogik“ fassbar ist, gerecht werden zu können, ist es das Ziel des Vortrags, in Grundzügen den Vorkurs am Bauhaus – gleichsam das pädagogische Rückgrat der Schule – in seinen je unterschiedlichen Ausprägungen unter Johannes Itten, László Moholy-Nagy und Josef Albers zu skizzieren und, wo möglich, Querverbindungen zu Alfred Ehrhardt herzustellen.

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