Kristalle, 1938 - 1939

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In seiner "Watt-Morphologie" versuchte Ehrhardt, eine kosmologische Ordnung aufzuspüren, die Mensch wie Materie gleichermaßen durchdringt. Noch deutlicher schienen sich ihm diese natürlichen Gesetzmäßigkeiten in der mathematisch erfassbaren Gestalt der vermeintlich toten Kristalle zu offenbaren. Ab 1938 fotografierte Ehrhardt in zahlreichen Mineralogischen Instituten des deutschsprachigen Raums und erstellte mit 600 Aufnahmen eine in diesem Umfang erstmalige "Kristallografie". Er komponierte mit dem Form- und Materialgefühl des am Bauhaus geschulten Künstlers und traf seine Auswahl nicht nach wissenschaftlichen, sondern nach ästhetischen Gesichtspunkten. Durch starke Lichtmodulation machte er die "innere Energie" des Kristalls sichtbar, abstrahiert durch Nahsicht eine ornamentale Form und betont den Kontrast zwischen den geometrischen Körpern von Quader, Pyramide, Oktaeder und dem dynamischen Chaos einer richtungsunabhängig wachsenden Struktur.

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