Joachim Richau - FRAGMENT oder die Gegenwart des Zweifels

16. September bis 23. Dezember 2017
Eröffnung: Freitag, 15. September 2017, 19 Uhr

Unmittelbar nach dem Fall der Mauer im Herbst 1989 begann Joachim Richau seine regelmäßigen Arbeitsaufenthalte in Skandinavien, wobei er nach ersten Besuchen in Norwegen bald hauptsächlich nach Schweden reiste. Nachdem er sich ab Mitte der 1990er Jahre verstärkt mit dem landschaftlichen Raum und seiner Struktur auseinander gesetzt hatte, realisierte er seine fotografischen Serien und Einzelbilder ab Anfang der 2000er Jahre nur noch dort. Mehr als zehn Jahre lang hatte Richau in Dalarna unweit der Stadt Malung ein Atelier im Wald-Haus von schwedischen Freunden, weit entfernt von bewohnter Gegend, wohin er sich jedes Jahr zu mehrmonatigen Aufenthalten zurückzog - auch in der kalten Jahreszeit.

Zum Werkkomplex FRAGMENT oder die Gegenwart des Zweifels gehören auch Aufnahmen, für die der Fotograf immer wieder den gleichen Steinbruch aufsuchte. Bestimmend in diesen Bildkompositionen der jüngsten Schaffensphase ist die Dualität zwischen einer annähernd opaken Oberfläche, einer mehrschichtigen Schneedecke und dem darunter liegenden rotbraunem Gestein. Dabei ist das Ziel nicht die Dokumentation konkreter Orte. Vielmehr erreichen die extremen Nahaufnahmen von Eisoberflächen oder Steinwänden eine Abstraktion, die das jeweilige Bildsujet jeglichem zeitlichen und räumlichen Kontext entheben. Joachim Richaus Aufnahmen oszillieren an der Grenze zwischen Figuration und Abstraktion und entfalten eine malerische Wirkung.

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