Dörte Eißfeldt - Wildniß

19. September bis 22. November 2015

Eröffnung: Freitag, 18. September 2015 um 19.00 Uhr
Eröffnungsrede: Dr. Christiane Stahl, Leiterin Alfred Ehrhardt Stiftung

Wildniß mit Eszett geschrieben - mit Blick auf den Namen der Künstlerin vermutet man natürlich schnell Absicht. Und schon ist man über den Stolperstein gepurzelt und denkt über das Thema WILDNIS nach. Heute, im Zeitalter des Anthropozän, stellt sich die Frage, ob es eine vom Menschen unberührte Natur, eine echte Wildnis überhaupt noch gibt? Oder ob nicht alle Wildnisgebiete eigentlich anthropogen beeinflusste Kulturlandschaften sind? Laut National Geographic waren 2008 nur noch 17% der eisfreien Erdoberfläche (inklusive der Meere) ohne Anzeichen menschlichen Tuns.

In Dörte Eißfeldts Serien Redwood, Grizzly und Fog Drip geht es um jene Gebiete der Vereinigten Staaten, in denen Mammutbäume anzutreffen sind. Der Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) kann eine Wuchshöhe von bis zu 95 Meter, einen Stammdurchmesser an der Basis von bis zu 17 Meter und ein Gewicht von 1500 Tonnen erreichen. Der Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) ist zwar weniger massereich, kann aber dafür bis zu 115 Meter hoch wachsen. Die ältesten lebenden Exemplare sind über 2500 Jahre alt. Mammutbäume existierten bereits vor 250 Millionen Jahren, also lange bevor die Dinosaurier ausgelöscht wurden. Bis zu den 1960er Jahren wurden binnen 100 Jahren rund 90% der Bestände großflächig eingeschlagen für den Bau von Häusern, Eisenbahnschwellen, Schiffsplanken und Bergminen. Heute existieren nur noch 3% vom ursprünglichen Bestand dieser Baum-Giganten, und auch dieser ist nicht in Gänze geschützt. 

Dörte Eißfeldts Arbeiten dieser Serien sind 2013 in der Sierra Nevada entstanden sowie in den nordkalifornischen Redwood National Parks nahe der Küste an der Grenze zu Oregon. Dabei ging es ihr darum, den besonderen Eindruck, den diese "Monarchen der Wälder" hinterlassen, in einen adäquaten künstlerischen Ausdruck zu fassen. Denn seit jeher beschäftigt sie sich mit der Frage um die Beschaffenheit des Bildes. „Ich möchte das Fotografische, das Medium als Prozess, zum Gegenstand machen. Das fotografische Bild soll sich sozusagen selbst porträtieren.“ (Dörte Eißfeldt)

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