100 jahre bauhaus I: Alfred Ehrhardt – Malerei, Zeichnung, Grafik Teil II

12. Januar bis 21. April 2019

Eröffnung: Freitag, 21. Januar 2019, 19-21 Uhr

Anlässlich des 100jährigen Gründungsjubiläums des Bauhauses zeigt die Alfred Ehrhardt Stiftung den zweiten Teil der 2015 gestarteten Ausstellungsreihe Alfred Ehrhardt – Malerei, Zeichnung, Grafik, der sich auf Alfred Ehrhardts bildnerisches Werk seiner Bauhauszeit konzentriert. Der ausgebildete Organist, Reformpädagoge und Maler lernte in Dessau im Wintersemester 1928/29 Bauhaus-Meister wie Josef Albers, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky, Paul Klee und Lyonel Feininger kennen und integrierte deren Sujets, Techniken sowie didaktischen Methoden in seine Lehrtätigkeit an der Landeskunstschule Hamburg. 1931 waren Alfred Ehrhardts eigenen künstlerischen Arbeiten in einer Einzelausstellung des Hamburger Kunstvereins zu sehen – die einzige Gemälde-Ausstellung zu Lebzeiten, bevor er bedingt durch die Entlassung aus dem Hochschuldienst durch die Nationalsozialisten zur Fotografie und zum Film wechselte.

Sein Kunstverständnis und seine Erfahrungen der neuen Herangehensweise fasste Ehrhardt in seinem Buch Gestaltungslehre (1932) zusammen. Immer wieder betont er darin die Bedeutung des Materials als »lebendige, ausdrucksvolle Gegebenheit« und sieht als »Voraussetzung für die Arbeit mit Material im Sinne der Organik, d. h. im Sinne des Schöpferischen, [die] genaue Kenntnis der Materie als lebendiger Erscheinung.« Ziel der Kunstlehre sei es, ein »Materialempfinden oder Materialgefühl« auszubilden, mit dem die optischen und haptischen Qualitäten von Strukturen, Texturen und Fakturen der unterschiedlichen Materialien intuitiv erfasst und entsprechend der materiellen Eigenkräfte künstlerisch umgesetzt werden könnten.

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