100 jahre bauhaus I : Alfred Ehrhardt – Malerei, Zeichnung, Grafik

Seine Bilder gestaltet er mittels verschiedener Werkzeuge wie Spachtel oder Pinselstiel, wobei er die Struktur des Malgrundes mit einbezieht, so dass ein Zusammenspiel aus filigranen Liniengerüsten und pastosen Farbflächen entsteht. Nur vereinzelt lässt sich in seinen gemalten Collagen aus den geometrischen Elementen eine konkrete Figuartion ausmachen, etwa eine an Klee erinnernde stehende Figur oder eine kosmische Landschaft im Stile Kandinskys. Zudem zeigt die Ausstellung eine Reihe von durckgrafischen Arbeiten und Zeichnungen, in denen Ehrhardt unter anderem auf seinen Fundus an reduzierten Tiermotiven zurückgreift. Stark vereinfacht sind auch seine Einlinienzeichnungen, wie beispielsweise die einer weiblichen Figur oder eines Kopfes. Seine Kunst- und Lehrerfahrungen fasste Ehrhardt in dem Buch Gestaltungslehre (1932) zusammen, in dem er besonders die Bedeutung des Materials als "lebendige, ausdrucksvolle Gegebenheit (...) im Sinne der Organik, d. h. im Sinne des "Schöpferischen" betont.

Bereits 1931 war sein künstlerisches Werk in einer Einzelausstellung des Hamburger Kunstvereins zu sehen - die einzige Gemälde-Ausstellung zu Lebzeiten, bevor er bedingt durch die Entlassung aus dem Hochschuldienst durch die Nationalsozialisten zur Fotografie und zum Film wechselte. Das etwa 120 Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken umfassende Oeuvre wurde der Alfred Ehrhardt Stiftung übertragen und befindet sich teilweise noch heute in Verwahrsam der Familie. Die Ausstellung Alfred Ehrhardt - Malerei, Zeichnung, Grafik bietet somit einen seltenen Einblick in das der Öffentlichkeit ansonsten unzugängliche malerische und grafische Genre Ehrhardts.

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