100 jahre bauhaus II : DAS WATT: David Batchelder | Alfred Ehrhardt

27. April bis 7. Juli 2019

Kuratorin: Dr. Christiane Stahl
Eröffnung: Freitag, 26. April 2019, 19-21 Uhr

Alfred Ehrhardts fotografisches Erstlingswerk DAS WATT (1933-36) ist eine Ode an die Natur. Es zählt zu den herausragenden Bildleistungen der Avantgarde-Fotografie der 1930er Jahre und bildet die »Crème de la Crème« seines fotografischen Werks. Die künstlerische Qualität dieser Serie sucht auch unter den Meistern der Fotografie der Neuen Sachlichkeit Ihresgleichen. Am Dessauer Bauhaus im Vorkurs von Josef Albers formiert, faszinieren ihn die durch Wind und Wasser täglich neu entstehenden abstrakten Strukturen im Sand, die ihn an den Materialkundeunterricht erinnern, wo man »Struktur, Textur und Faktur« von Materie erfasste. Dem Prinzip der Bildserie folgend, spürt Ehrhardt durch den Vergleich der täglich neu erschaffenen Formvariationen den natürlichen Gesetzmäßigkeiten im Zusammenwirken der Naturkräfte nach. Bewusst suggeriert seine Typologie der Sandriffelbildungen eine Verbindung von Mikro- und Makrokosmos.

Anders als Alfred Ehrhardt arbeitet der US-Fotograf David Batchelder (*1939) bewusst mit digitaler Kamera, um dem Küstenstreifen der Isle of Palms seines Heimatortes Charleston in South Carolina erstaunliche Sandformationen zu entlocken, die laut Batchelder mit analoger Technik im Verborgenen geblieben wären: »Meine Fähigkeit zum Sehen nahm zu, weil ich tausende von Fotografien machen und anschauen konnte. Das hat mein Sehvermögen verbessert. Heute erkenne ich viele interessante Dinge im Sand, die zwar vorher schon da waren, die aber jenseits meines Sehvermögens lagen.« 

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